Landluper

An einem wichtigen Ort der DDR-Folklorebewegung, dem Club Malzhaus im vogtländischen Plauen, entstand 1979 die Gruppe Landluper, die eng mit diesem Haus verbunden war. Den Namen gaben sie sich nach einer Figur von Hieronymus Bosch. Zu den wichtigsten Mitgliedern zählten Matthias „Match“ Walther (Gitarre, Mandoline, Drehleier), Ulrich Müller (Akkordeon), Holger Höflich (Cello, Bratsche), Frank Hahn (Klarinette, Flöten; verstorben 1999) und Rainer „Otto“ Müller (Trompete, Gitarre), anfangs auch Almut Walther, die 1981 zu Wacholder ging. Die Gruppe spielte skandinavische, holländische, rumänische und jiddische Lieder und Tänze sowie deftigen deutschen Folk, auch im vogtländischen Dialekt. Sie arbeitete mit der Volkstanzgruppe Tanztölpel zusammen. Landluper protestierte 1982 gegen die Schließung des Malzhauses und verbündete sich während einer „Folkhochzeit“ mit der vom Auftrittsverbot betroffenen Münzenberger Gevattern-Kombo. Trotzdem wurden im Rundfunk Titel produziert, die später als Album erschienen, hatte die Band Fernsehauftritte. Nach der Wende engagierten sie sich beim Plauener Folkherbst.

Tonträger: Was woll’n wir auf den Abend tun (AMIGA 1988, 2 Titel); Landluper: Folk aus Plauen (1999); Live im Malzhaus (2000)

Buchcover "Volkes Lied und Vater Staat"