Tippelklimper

Bei der Folklorewerkstatt in Ilmenau 1987 sorgte Tippelklimper um Robert Beckmann mit Einflüssen aus dem Punk für Furore. Bereits 1982 ging die Potsdamer Gruppe aus Folktus hervor. Sie wurde gegründet von Michael „Fiedelmichel“ Bach und Fritz Hohberg, spielte mittelalterliche Musik auf historischen Instrumenten wie Dudelsack und Drehleier in Spielmannsart, aber auch deutsche, keltische und jiddische Stücke. Durch Robert Beckmann (vorher Quickborn Schwerin) änderte sich ihr Stil deutlich. Der Teufelsgeiger mit Narrenkappe und brachialer Stimme, der auch im Kopfstand geigte, fiel auf, besonders bei Straßenmusik und Volksfesten. Wie Spilwut hatte auch Tippelklimper großen Anteil an der Entwicklung der lauten und ins Auge springenden Marktsackpfeife. 1988 wirkte die Band im DEFA-Film „Die Gänsemagd“ mit.

Kurz nach der Wende gründete Beckmann die Inchtabokatables, eine der führenden deutschen Mittelalter-Gothic-Bands mit Punk- und Metal-Einflüssen, und nannte sich als deren Frontmann B. Breuler. Karsten Liehm (Gitarre, Cister, Dudelsack) und Willi „Wim“ Dobbrisch (Trompete, Dudelsack, Schalmei) flüchteten 1989 über Ungarn in den Westen. Später gründeten sie als „Castus Rabensang“ und „Venustus Oleriasticus“ die erfolgreiche Mittelalterband Corvus Corax.

Buchcover "Volkes Lied und Vater Staat"