Windbeutel

Die Berliner Gruppe um Bernd Eichler (Dudelsack), Jo Meyer (Akkordeon), Dieter Kühn (Geige) und Michael Zimmermann (Kontrabass, Tuba), später auch Gabi Martin, Waldo Werner u. a., wurde 1978 gegründet und zählte zu den vielseitigsten DDR-Folkgruppen. Gespielt wurden über 20 Musikinstrumente, darunter verschiedenste Dudelsäcke. Neben traditionellen Stücken hörte man Einflüsse von Jazz, Swing, Dixieland. Typisch für Windbeutel waren internationale Folklore, besonders aus Osteuropa, Berliner Gassenhauer und Arbeiterlieder. Eichler und Zimmermann musizierten außerdem in der Berliner Tower Jazzband.

Der Instrumentensammler und -bauer Bernd Eichler engagierte sich stark für den Eigenbau von Musikinstrumenten. In der auflagenstärksten DDR-Tageszeitung „Junge Welt“ veröffentlichte er 1980 eine Serie über die Herstellung von Brummtopf, Maultrommel und der südamerikanischen Bambusflöte Quena. Eichlers besondere Liebe gehörte dem Dudelsackspiel und -bau. 1979 gründete er dafür eine Interessengemeinschaft, die Dudelsackbrüderschaft der DDR. 1978 und 1983 spielte Windbeutel beim internationalen Dudelsackfestival in Strakonice (ČSSR). Ab 1985 trat Eichler gelegentlich mit anderen Musikern als Deutsche Dudelsack Runde (D.D.R.) auf.

Tonträger: Was woll’n wir auf den Abend tun (AMIGA 1988, 3 Titel)

Buch: Bernd Eichler: Das Hümmelchen – ein altdeutscher Dudelsack. Wissenswertes zum Selbstbau und zur musikantischen Verwendung eines deutschen Dudelsäckchens, Leipzig: Zentralhaus-Publikation, 1990

Buchcover "Volkes Lied und Vater Staat"