Dudelsack

Das in ganz Europa verbreitete Blasinstrument, auch Sackpfeife genannt, besteht aus kombinierten Rohrblattinstrumenten, einem Ledersack als Luftspeicher, versehen mit einem Anblasrohr oder einem Blasebalg. Diese Konstruktion bietet die Möglichkeit, eine Melodiepfeife zugleich mit einer oder mehreren Basspfeifen erklingen zu lassen, also eine häufig einstimmige Melodie mit einer gleichbleibenden Bordunbegleitung. Eine vom Mittelalter bis in die Gegenwart reichende Dudelsack-Tradition existiert bei den Sorben in der Lausitz, die auf verschiedenen regionalen Instrumententypen musizieren.

JAMS aus Berlin 1988 beim Dudelsacktreffen in Schleife/Slepo (Foto: Alexander Neumann)
JAMS aus Berlin 1988 beim Dudelsacktreffen in Schleife/Slepo (Foto: Alexander Neumann)
Andere Dudelsack-Typen wie Schäferpfeife, Hümmelchen oder Dudey, die in Deutschland aus der lebendigen Spielpraxis verschwunden waren, wurden Anfang der achtziger Jahre in der DDR durch Nachbauten und Neuschöpfungen wieder zum Leben erweckt, u. a. durch Bernd Eichler, Klaus Stecker oder Roman Streisand. Bands, die häufig Dudelsäcke einsetzten, waren Windbeutel, Skye, JAMS, Spilwut und Hofgesindt. Ausländische Dudelsack-Varianten, wie die schottischen Great Highland Bagpipe oder bulgarische Gaida, ergänzten das Spektrum der in der Szene gespielten Instrumente.

Buchcover "Volkes Lied und Vater Staat"