FDJ-Jugendklub

Rund 9000 meist ehrenamtlich geleitete Jugendklubs gab es Ende der achtziger Jahre in Städten und Dörfern, in Betrieben und bei Institutionen. Die gesellschaftlichen Träger stellten die finanziellen Mittel bereit, darunter das Budget für Veranstaltungen. Diskos mit einem „Schallplatten-Unterhalter“ und Partys standen überall auf dem Programm, oft auch Filmvorführungen, Vorträge und Live-Konzerte. Dabei reichte die Bandbreite je nach Vorliebe des Klubrates von Rock über Country und Jazz bis hin zu Liedermachern oder Folk. Neben den Studentenklubs waren Jugendklubs die hauptsächlichen Auftrittsorte der Folkbands. Besonders eng war die Verbindung zum Jugendklub im Plauener Malzhaus. Etliche Jugendklubleiter kannten sich vom gemeinsamen Fachschulstudium in Meißen-Siebeneichen und empfahlen einander Bands weiter. Außer vielen kleinen Klubs existierten in städtischen Wohngebieten und bei Großbetrieben 250 hauptamtlich geleitete Klub- und Kulturhäuser. Das Haus der jungen Talente (HdjT), das größte Jugendklubhaus in Ost-Berlin, verfügte über einen Saal mit 450 Plätzen, eine Kneipe, einen Klubkeller und Räume für vielfältige Freizeitaktivitäten. Während der Festivals des politischen Liedes ab 1970 diente das HdjT den Teilnehmern aus vielen Ländern als Festivalklub („Songklub“). Im Haus und im begrünten Hof fanden von 1978 bis 1982 die wichtigsten Folklorefestivals des Landes statt. Ab Herbst 1977 traten im HdjT-Keller jede Woche Liedermacher, Singeklubs oder Folkbands auf. Im Saal spielte ab 1981 JAMS-Tanzhaus regelmäßig zum Volkstanz.

Buchcover "Volkes Lied und Vater Staat"